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FDP Thüringen

Liberale Kulturpolitik für Thüringen

Die FDP in Thüringen betreibt eine aktive Kulturpolitik, die den aktuellen und künftigen Herausforderungen im Freistaat gerecht wird und die Innovationskräfte stärkt. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, angespannter öffentlicher Haushalte, einem veränderten Freizeitverhalten der Bevölkerung sowie dem Einfluss neuer Medien und der Digitalisierung steht die kulturelle Infrastruktur in Thüringen vor entscheidenden Fragen: kann sie flächendeckend erhalten werden, welche Qualität des Angebots kann angesichts der Konkurrenz um öffentliche Zuschüsse erreicht, und welche Impulse können gesetzt werden, damit weiterhin künstlerische Exzellenz und Innovation möglich ist? In diesem Zusammenhang bestimmen die Liberalen in Thüringen folgende 6 Handlungsfelder:
1. Die FDP Thüringen steht für ein starkes bürgerschaftliches Engagement, das im Kultursektor maßgeblich in Vereinen, Stiftungen und Freundeskreisen verankert ist. Die Rahmenbedingungen dieser Initiativen müssen verbessert werden.
2. Die FDP Thüringen steht für eine stärkere Eigenverantwortung der Kulturbetriebe, insbesondere bei der Drittmittelgewinnung und beim Personalmanagement. Stellenbesetzungen in öffentlichen Kultureinrichtungen müssen transparent und überregional durchgeführt werden, um die besten Mitarbeiter zu gewinnen. Es bedarf Anreize für die regelmäßige Weiterbildung von Kulturschaffenden auf dem Gebiet des Managements, der Öffentlichkeitsarbeit, des Fundraisings und der neuen Technologien.
3. Die FDP Thüringen fordert die finanzielle und personelle Stärkung der Kulturvermittlung und der kulturellen Bildung. Es braucht mehr Stellen für Theater-, Literatur-, Musik- und Museumspädagogen, um die künstlerischen Inhalte und ihre Bedeutung für die Gesellschaft zu vermitteln. Dies dient unmittelbar der Verankerung der Kultureinrichtungen in der Region, insbesondere durch den Austausch mit Schulen, Stadtteilen oder Vereinen. Dazu gehört auch, den Musik- und Kunstunterricht sicherzustellen.
4. Die FDP Thüringen bekennt sich dazu, das kulturelle Erbe aufgrund seiner Bedeutung für die Werte- und Wissensvermittlung, seiner identitätsstiftenden Wirkung sowie seiner touristischen Anziehungskraft zu erhalten. Der daraus abgeleitete öffentliche Kulturauftrag ist in Form von Förderkriterien zu bestimmen und dessen Einhaltung in Form von Zielvorgaben einzufordern. Neue Kulturangebote, Innovationen und Experimentierfelder sollen bewusst gefördert werden. Außerdem ist auf eine Balance zwischen Investitionen in die bauliche Erhaltung bzw. Erweiterung und der Förderung künstlerischer Inhalte zu achten. Ein weiterer Ausbau kultureller Infrastruktur ohne klare kulturpolitische Ziele ist abzulehnen.
5. Die FDP Thüringen unterstützt aktiv die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft im Sinne einer Verbindung von Wirtschafts- und Kulturförderung. Dazu gehören insbesondere die Vermittlung preiswerter Räume für Existenzgründer, die Verbesserung der Sichtbarkeit und des Images der Branche innerhalb und außerhalb Thüringens und die Förderung von Qualifizierungs- und Professionalisierungsmaßnahmen. Die FDP setzt sich für ein besseres Zusammenspiel zwischen den Maßnahmen auf Bundesebene, des Freistaates und der regionalen Wirtschaftsförderung ein.
6. Die FDP Thüringen befürwortet grundsätzlich Kooperationen zwischen den Kultureinrichtungen. Diese erweitern das programmatische Spektrum für das Publikum, dienen der besseren Vermarktung, stärken die Vernetzung und ermöglichen gegenseitiges Lernen. Fusionen dürfen nicht dem Substanzverlust und Personalabbau Vorschub leisten, sondern müssen hinsichtlich ihrer Chancen, Risiken und Alternativen sachlich geprüft werden.

Beschluss Landesparteitag Saalfeld 2012
30.11.2012

FDP Thüringen

Denkmalschutz

Thüringen ist das Land der Denkmäler, Schlösser und Burgen. Die Erhaltung und Pflege des architektonischen und archäologischen Erbes ebenso wie von Natur- und Flächendenkmälern bewahrt den unverwechselbaren Charakter Thüringens Librale messen dem Denkmalschutz besondere Bedeutung bei. Er ist ein Faktor regionaler Wirtschaftpolitik. Intakte historische Stadtkerne sind attraktive Standorte für Einzelhandel und Kleingewerbe und intakte Landschaften und Naturmonumente sind attraktive Ziele für den Fremdenverkehr.

07.09.2010

FDP Thüringen

Kulturraumgesetz

Ein Kulturraumgesetz (wonach sich mehrere Kommunen und Landkreise zur gemeinsamen Finanzierung ihrer Kultur zusammenschließen) wird nach Ansicht der FDP der Thüringer Kulturlandschaft in ihrer jetzigen Vielgestaltigkeit eher schaden als nützen. Die Freien Demokraten wenden sich besonders dagegen, dass sich der Freistaat mit einem Kulturraumgesetz aus seiner Verantwortung für Kultur zurückziehen würde. Die Gestaltung der Theater- und Orchesterlandschaft in Thüringen gehört in die Kompetenz des Landes. In Thüringen würden durch ein Kulturraumgesetz Städte und Landkreise auch ohne Theater oder Orchester für Kultureinrichtungen in Nachbarkreisen Gelder freigeben müssen. Dies würde den kommunalen Solidargedanken überstrapazieren. Gleichzeitig sind langwierige und sich periodisch wiederholende Finanzverhandlungen, die kaum die Planungssicherheit der Theater und Orchester erhöhen würde, zu erwarten. Die Thüringer FDP spricht sich klar für den Erhalt der reichen Thüringer Kulturlandschaft aus. Hierfür ist eine angemessene Förderung notwendig, wobei ein "Anreizsystem" geschaffen werden muss, das im Ergebnis die Höhe der Förderung von erreichten Kennziffern z. B. Besucherzahlen bei Theatern und Orchestern, Durchführung von Kooperationen mit einbezieht.

Beschluss FDP Landesvorstand Thüringen Dezember 2006 Dieser Eintrag wurde zuletzt am 08.10.08 vom LFA 1 und LFA 3 bearbeitet
12.11.2008 Pressestelle

FDP Thüringen

Thüringen darf den Anschluss an die kulturelle Zukunft nicht verpassen

Aufgrund seiner Geschichte verfügt Thüringen gegenüber anderen Bundesländern über eines der dichtesten Netze von Theatern, Orchestern, Spielstätten, Museen, bedeutenden Baulichkeiten und vielem weiterem. Kultur ist dabei mehr als lediglich ein Freizeitfaktor. Vielmehr ist Kultur als Bildungs-, Wirtschafts- und damit Standortfaktor zu verstehen und spielt bei der Bekämpfung der Abwanderung und der Förderung der ländlichen Regionen eine zentrale Rolle. Kulturpolitik ist auch Bildungspolitik. Die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sind das Langzeitgedächtnis unserer Gesellschaft. Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Sicherung und Aufbereitung unseres kulturellen Erbes für jetzige und künftige Generationen, indem sie sich mit Kulturphänomenen unterschiedlichster Ausprägung befassen und gleichzeitig als Orientierungswissenschaft Grundlagen für die Innovationsfähigkeit der Gesellschaft schaffen.
Die Thüringer FDP möchte die reiche Kunst- und Kulturlandschaft des Freistaates durch eine angemessene Förderung der kulturellen Einrichtungen in Städten und Regionen sichern und stärken. Dabei sollen neue Formen der Kulturförderung wie persönliche Initiative, Vereine und Stiftungen besonders unterstützt werden.

Beschluss 20. Landesparteitag FDP Thüringen Gera 2007 Dieser Eintrag wurde zuletzt am 08.10.2008 vom LFA 1 und LFA 3 bearbeitet
12.11.2008 Pressestelle

FDP Bundesverband

Grundpositionen
Bildquelle: Ingrid Kranz/pixelio.de

Neben der grundsätzlichen Zuständigkeit der Länder und Kommunen trägt der Bund in wichtigen Bereichen der Kultur Verantwortung: Auswärtige Kulturpolitik, Kulturförderung in der Hauptstadt und den Neuen Ländern, Förderung von national bedeutsamen Einrichtungen, die Beteiligung an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und an Gedenkstätten sind Beispiele für bedeutende Aufgaben des Bundes, die das Engagement der Länder ergänzen. Die Bewahrung des kulturellen Erbes und die Förderung innovativer Projekte sind zwei Seiten einer Medaille. Eine verlässliche staatliche Förderung von Kultur ist zugleich die Grundlage für das unentbehrliche Engagement der Zivilgesellschaft. Mit einer Reform des Stiftungsrechtes möchte die FDP die Errichtung von Stiftungen erleichtern und zusätzliche Anreize für Zuwendungen schaffen. Eine wichtige kulturpolitische Aufgabe ist die überfällige und folgerichtige Zusammenführung der beiden großen Kulturstiftungen des Bundes und der Länder. Die Kulturförderung des Bundes in Berlin braucht endlich ein klares Konzept. Transparenz und Objektivität bei der Vergabe staatlicher Fördermittel sind für einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuermitteln und eine staatsferne Förderung von Kultur unerlässlich.

FDP im Deutschen Bundestag, Stichwort Kulturpolitik, Unsere Argumente von A bis Z. Dieser Eintrag wurde zuletzt am 18.01.2007 bearbeitet
12.11.2008

FDP Thüringen

Museen, Orchester und Theater

Thüringen ist geprägt von einer Vielzahl an Museen, Theater, Orchestern und Baudenkmälern. Kunst und Kultur fungieren besonders in Thüringen als gesellschaftliches Gedächtnis und Ausdruck unserer Identität. In den letzten Jahren etablierten sie sich als einen wichtigen Kapitalgrundstock für den Tourismus. Kunst und Kultur müssen auch weiterhin ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft bleiben. Ihre Unterstützung darf nicht nach Belieben an- und abgeschaltet werden.
Die FDP Thüringen wird auch zukünftig pauschale Kürzung bei der Finanzierung der Theater und Orchester nicht hinnehmen. Aber: Wir brauchen eine Kulturplanung für den Freistaat, die insbesondere eine grundsätzliche Orchester- und Theaterplanung betrifft. Der Gesetzgeber, die Verwaltung und die Kultureinrichtungen müssen eine gemeinsame Orchester- und Theaterplanung aufstellen.
Die Thüringer FDP bleibt bei ihrer Ablehnung eines sogenannten Kulturraumgesetzes. Dadurch schiebt das Land seine Verantwortung an die Kommunen ab, der kommunale Solidaritätsgedanke wird überstrapaziert und eine zusätzliche Bürokratiebelastung in Kauf genommen.
Gleichzeitig betont die FDP Thüringen, dass nicht nur das Land bei der künftigen Kulturpolitik in der Pflicht ist. Auch für Theater und Orchester gelten im gewissen Rahmen Wettbewerb und Wirtschaftlichkeit, die das Publikumsinteresse heben und andererseits die Position der Theater und Orchester stärken.

Vgl.: : Beschluss 20. Landesparteitag FDP Thüringen 2007
12.11.2008 Pressestelle
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